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Uckermark - "Blühende Landschaft im Osten"
Der Ort Pinnow, Gemeinde im Amt Oder-Welse, wurde als "Pynnow", erstmals am 05.04.1354 im Vertrag von Oderberg urkundlich aufgeführt. Er gehörte zu den Orten, die im Grenzvertrag zwischen Ludwig der Römer und Herzog Barnim III an Pommern abgetreten wurden. Pinnow ist daher nicht im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 enthalten. Erst 1472, nach dem Friedensvertrag von Prenzlau, gehörte das Straßendorf Pinnow wieder zu Brandenburg. Bodenfunde belegen eine slawische Besiedlung von Pinnow vor der deutschen Kolonisation. Im 15. Jahrhundert gab es mit v. Beeren, Czachow, v. Wagenschütz und Falkenberg 4 Besitzanteile im Ort. 1532 sind v. Beeren, v. Arnim und v. Wagenschütz mit Anteilen die Besitzer. Der Anteil der v. Wagenschütz geht 1577 an die v. Arnim. Im Jahre 1619 kauft v. Sydow aus Schönfeld den Arnimschen Besitz. Durch Plünderungen im Dreizigjährigen Krieg ist Pinnow völlig verlassen. Um 1650 kamen alle Anteile in die Hände der v. Diringshofen. Bis 1836 in Familienbesitz wird das Rittergut, an die Berliner Familie Hertz verkauft. Am 01.07.1890 wird die Klosterkammer Hannover Eigentümer des Gutes. 1946 wird das Klostergut enteignet und in Siedlungsstellen aufgeteilt. Ab 1952 kam es zur Bildung von LPGs.
Im Jahre 1931 wurde im Wald bei Pinnow ein Munitionswerk errichtet. Nach 1945 wurden die Bunker und Anlagen gesprengt. Auf dem Gelände wurde von der NVA ein Instandsetzungswerk (IWP) errichtet. In dem bis 1990 betriebenen Werk mit rund 1000 Beschäftigten wurden unter anderem Flugabwehrrraketen gewartet sowie Mess- und Funktechnik repariert und geeicht. Das abgesperrte und überwachte Gebiet war in 4 Zonen eingeteilt, deren Betreten nur mit einem Zonenausweis möglich war. Besonders gesichert, separat eingezäunt und mit Signaldrahtanlagen versehen, war das Treibstofflager der Zone 4. Seit der Wende ist auf dem Gelände ein Betrieb für Munitionsentsorgung tätig. Das Industriegelände wurde von der Gemeinde übernommen.
Pinnow gehörte zum Stolpischen Kreis im Verwaltungsbezirk Uckermark der Mark Brandenburg. Ab 1818 zum Landkreis Angermünde im Regierungsbezirk Potsdam. Nach 1945 zum Kreis Angermünde im Bezirk Frankfurt (Oder). Die bis heute unveränderte Gemeinde gehört zum am 1.10.1992 gegründeten Amt Oder-Welse. Am 6.12.1993 erfolgte der Kreiszusammenschluss zum Landkreis Uckermark.
Pinnow liegt 7 km von Angermünde entfernt, an der Ortsumgehung der Bundesstraße 2. Im Ort gibt es einen Haltepunkt an der 1843 eröffneten Eisenbahnstrecke Angermünde - Schwedt/Oder. Von Pinnow nach Schwedt/Oder gibt es einen Rad- und Wanderweg. Die höchsten Erhebungen in der Gemarkung mit über 60 m gibt es im Osten an der B2. Als Angelgewässer des KAV Angermünde gibt in Ortsnähe den Haus-See und Hauptmann-See. Mit dem Fennbruch, Moosfenn, Igelpfuhl, Weidenpfuhl und anderen, gibt es einige Kleingewässer in der Gemeinde. Denkmalgeschützte Objekte in Pinnow sind die Kirche mit Einfriedung und Erbbegräbnis Buchwald, das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, der Landschaftspark und die Kolbendampfmaschine vom Gut.
Kommune: Amt Oder-Welse im Landkreis Uckermark
Karten- / Satellitenübersicht zum Ort Pinnow bei: Google Maps
Datenquelle: B01, B02, B10, G01, G03, OV..., S01, S02, S03, S04, S05, S09, S12, VA5
Datenquelle: Zeitung der Gemeinde "650 Jahre Pinnow"